Der Erhebungsbogen zu sensorischen Barrieren

Foto von der Probe-Begehung einer Gruppe Schwerhörender mit FM-Anlage bei der BuGa im April 2009
Probe-Begehung der BuGa im April 2009 mit einer Gruppe Schwerhörender; der Gästeführer trägt ein Funk-Mikrofon, viele Gäste einen FM-Empfänger

Im Jahre 2009 fand in Schwerin die Bundesgartenschau (BuGa) statt. Die Landes-Hauptstadt Schwerin hatte sich zum Ziel gesetzt, die BuGa barrierefrei zu machen. Dabei sollte ein besonderer Aspekt auf die Sensorik gelegt werden, z. B. mit einem Tast- und Riechgarten. Schwerin wollte zu diesem Zeitpunkt aber auch die erste Landes-Hauptstadt werden, die in ihren eigenen Gebäuden barrierefrei ist. Dazu schwärmten ab etwa 2005 zahlreiche 1-€-Jobber aus, um mit Erhebungsbögen zunächst einmal die vorhandenen Barrieren zu erfassen. Im Frühjahr 2007 (also zwei Jahre vor der Eröffnung) wurden die ersten Ergebnisse vorgestellt. Auf meine Frage, wie die Erhebungsbögen denn die Sensorik berücksichtigen, wurde mit mitgeteilt, es gäbe zwei Ankreuz-Kästchen
- ist geeignet für Blinde und
- ist geeignet für Gehörlose.
Sehgeschädigte und Schwerhörige kamen in dem Erhebungsbogen gar nicht vor…

Auf meine Nachfrage, wie oft diese Kästchen denn schon angekreuzt wurden, erhielt ich die Auskunft: Noch nie, wir wissen ja gar nicht, wie wir das entscheiden sollen. Daraufhin habe ich zugesagt, ich würde die wesentlichen Fragen zusammenstellen und eine kurze Ergänzungsliste erarbeiten. Diese Liste ist nach den drei Prioritäten der Sensorik gegliedert und erhielt auf Bitte der Erheber relativ bald auch noch eine vierte Spalte für „nein“ und eine fünfte für Bemerkungen, wenn die Erheber sich unsicher fühlten.

Diesen Erhebungsbogen mit inzwischen 26 Seiten habe ich (nach zwei Begehungen) im April und Juni 2017 noch einmal ergänzt. Ich bezeichne ihn noch immer als „Vorabzug“, weil ich mir sicher bin, dass diese Liste nie „fertig“ sein kann. Wenn Ihnen auffällt, dass noch etwas fehlt, dann bitte ich um eine kurze Nachricht per Post an Carsten Ruhe.